Seit
jeher wurde das Pragsertal wegen seiner Unberührten
Landschaft, der herrlichen Bergkulisse und wegen der
Heilquellen geschätzt und begehrt. Gar manche
Streitereien erlebten die Bewohner, nicht nur Wilde,
Hexen und Zwerge kämpften um die Rechte am Tal, auch
namhafte Personen wie Nonnen des Klosters Sonnenburg
oder der Brixner Bischof Nikolaus Kusanus wussten die
Besonderheiten des Tales zu schätzen. Schließlich
genossen sogar Fürsten, Kronprinzen und Könige die
erholsame Luft der Pragser Dolomiten und die Eigenheit
der hiesigen Beeren.Einst, als die Pragser sich noch nicht auf die
Berge wagten, weil diese von Hexen und Zwergen bewohnt
waren, saßen drei Männer beim Kartenspiel. Es ging
recht lustig her, denn der Heidelbeerschnaps mundete
ihnen gar nicht schlecht. Die Früchte dazu hatten sie
aus jenen Höhen, die dem Grünwaldmännlein
gehörten, einem zotteligen, menschenscheuen
Zwerg.
Als die Flasche fast leer war, fiel den Männern
ein, das Männlein herzuholen. Sie schrieen den Kamin
hinauf, immer wieder, aber nichts rührte sich. Doch
plötzlich rauschte es im Kamin und das Zweiglein
stand vor ihnen: "Nichts besseres fällt euch
ein, als Schnaps von meinen Beeren zu trinken und mich
dann auch noch zu verspotten!" schrie es und
schlug sich auf die speckigen Lederhosen.
Da flogen die Männer - einer nach dem anderen -
aus dem Kamin. Auf der Kaseralm stehen sie heute noch
bizarr versteinert und mit Edelweiß auf dem
Rücken.
Die Einheimischen nennen sie die "Besoffenen
Pragser" und die Kartografen die "Spitzköpfel".
Und Schuld daran sind nur die guten Waldbeeren
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